Der moderne Buchhandel hat sich ausdifferenziert in folgende Bereiche:
- herstellender Buchhandel ("Verlagsbuchhandel", das ist der Verlag selbst und eine ggf. unmittelbar an den Verlag angeschlossene Buchhandlung)
- verbreitender Bucheinzelhandel („Sortimentsbuchhandel“, wie Thalia, Hugendubel, Dussmann und der kleine Buchhändler an der Ecke etc.)
- verbreitender Buchgroßhandel („Zwischenbuchhandel“, auch "Barsortimente" genannt, wie Libri, KNO, Könemann etc.)
- stationäre Buchhandlungen ("Sortimentsbuchhandlungen")
- Antiquariate
- Reise- und Versandbuchhandel
- Internet-Buchhandel (amazon.com, libri.de, bol.de, buch.de etc.)
- Bahnhofsbuchhandel, Buchabteilungen in Warenhäusern, Buchverkaufsstellen
- Buchgemeinschaften (Bertelsmann Buchclub u.a.)
Wird nun der Buchhändler, der vor fünfhundert Jahren als notwendiger Vermittler/Distributor entstand, auf diese Weise seine Existenzberechtigung verlieren? Und wenn erst Google mit seinem neuen Portal Google.ebooks an den Markt geht…
Lassen wir die Entwicklung des literarischen Kommunikationsmodells noch einmal in seiner historischen Entwicklung Revue passieren:
- Vortragender -> Text -> Zuhörer (orale Ära)
- Aufschreiber -> Manuskript -> Leser (Manuskript-Ära)
- Autor -> Manuskript -> Verlag -> Buch -> Buchhandel -> Leser (Gutenberg-Galaxis)
- Autor -> Typoskript -> Verlag -> Buch -> Zwischenbuchhandel -> Einzelbuchhandel -> Leser (19./20. Jhd.)
- Autor -> (digitales) Typoskript -> Verlag -> (E-)Buch - Internetbuchhandel -> Leser (digitales Zeitalter)
- Autor -> (digitales) Typoskript -> Verlag -> (E-)Buch -> Leser (digitales Zeitalter)
- Autor -> digitaler Text -> Internet -> Leser (digitales Zeitalter)

