Freitag, 5. November 2010

Kommunizieren und Kommentieren

Kommunikation bedarf (mindestens) eines Senders und eines Empfängers. Sie erfolgt in einem konkreten räumlich-zeitlichen bzw. historisch-sozialen Kontext, sie bedarf eines (beiden Seiten verständlichen) Codes, und sie nutzt einen Kanal - in anderer Begrifflichkeit: ein Medium. Dieses Verständnis basiert auf dem sogenannten Organon-Modell, das in den 1960ern von Roman O. Jakobson entwickelt wurde. Die Theoriebildung zur Geschichte der Medien, die von zahlreichen technologischen (und damit kulturellen) Umbrüchen und Innovationen gezeichnet ist,wurde maßgeblich durch Marshall McLuhan geprägt. 
Dessen zentrale These lautet: The medium is the message. Nicht immer aber sieht McLuhan diesen Fortschritt - zum Beispiel die Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert - als einen Gewinn für die Kommunikation.

Auf der Seite McLuhan-Projekt finden sich weiterführende Aussagen zum und Aspekte aus dem Werk von McLuhan. Und wenn man McLuhan - 40 Jahre später - persönlich hören möchte, so ist dies dank der extensions im global village durch einen Mausklick möglich: McLuhan talking (youtube)

Auf all diese messages ist zu antworten. Genauso soll auch die wöchentliche Lektüre Anlass zur Kommunikation in diesem Blog sein. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, neben den im Seminar diskutierten Aspekten und den Posts auch die Sekundärliteratur (dropbox) als Ausgangspunkt für Kommentare und Widerworte zu nehmen (in dieser Woche V. Flusser, N. Bolz  und E. Flaverock).

3 Kommentare:

  1. Eigentlich verdeutlich dieser kleine Film nur die These der Prothese ( was immer das bedeutet)

    http://www.ehrensenf.de/2010/05/roboter-will-licht-ausmachen/

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  2. Eine weitere These, um den Satz
    "Das Medium ist die Aussage" zu kommentieren.
    Nach längerem Überlegen bleibe
    ich immer noch beim Problem der Moderne hängen:
    Die Form als Heilsbringer, als Erlöser vom vorgefertigten Inhalt. Ist es nicht auch die Metapher ein Medium; Das Paradoxon ?
    Ist der Ansatz des Mediums wirklich produktiv, oder erschließt es eher ein erweiterten Archäologiebegriff ?
    Produktiv ( im linguistischen Sinne) ist es schon, jedoch bleibt bei mir die Frage der Erkenntnis und der Erkenntnismöglichkeiten, noch im Datenberg und im Kausalnexus verborgen.

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  3. Diese Kolumne las ich in der Berliner Zeitung.

    http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1112/meinung/0031/index.html

    Um es auf den Punkt zu bringen: Kommunikation wird zunehmend unpersönlich und oberflächlich. Das entspricht doch der These "The medium is the message" im weitesten Sinne...

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