- Der Autor ist mit der Einführung der Schrift im Kommunikationsprozess entbehrlich geworden bzw. abwesend.
- Schrift bringt Vergessenheit, da die Menschen im Vertrauen auf das neue Speichermedium ihre Mnemotechniken vernachlässigen; aus dem "Heil- und Zaubermittel" Schrift ist ein "Gift" geworden, das die (individuelle) Erinnerung schwächt.
- Die Multimedialität der Kommunikation (im Gespräch, im Theater, im Bild) wird aufseiten des Rezipienten (Lesers) auf nur ein Sinnesorgan, das Auge, reduziert.
- Alle menschlichen Laute (Phoneme) werden bei der phonetischen Schrift in nurmehr ca. 40 Schriftzeichen übersetzt und abstrahiert.
- Die Wahrnehmung wird auf eine lineare Rezeption festgelegt; Simultanität ist nicht mehr möglich.
- Die Überlieferung ist weniger fehleranfällig.
- Die Überlieferung ist endgültig und unabänderlich ("in Stein gemeißelt"... "mit Brief und Siegel").
- Die Überlieferung gewinnt an Verbindlichkeit, d.h. an Autorität. Kein Vortragender, kein Erzähler, Sänger oder (Nach)Dichter kann den Text jetzt mehr verändern.
- Schriftliche Texte haben eine höhere Speicherkapazität.
- Das Wissen kann auf lange (quasi unbegrenzte) Zeit archiviert und damit gesichert werden.
- Die Reichweite und Zugänglichkeit des Wissens wird erhöht; unabhängig vom Ort und Zeitpunkt des (Auf)Schreibens kann das Wissen rezipiert werden.
- Mit der Reproduzierbarkeit des Textes können viele Leser erreicht werden.
- Kommunikation kann ohne Sender (Autor) stattfinden - auch in der Einsamkeit der individuellen Lektüre.
Die Geschichte der Schriftkultur lässt sich heute wieder visualieren - also mittels bewegter Bilder darstellen. Dies wäre gleichsam ein Rückfall in oder eine Wiederherstellung der multimedialen Kommunikation jenseits einer visuellen Rezeption eines in Linie gebrachten alphabetischen Codes... quasi an eye and an ear.
Kurze Geschichte der Schrift [Achtung, hierbei handelt es sich am Ende um Werbung für eine Buchhandelskette]
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